Santa Maria

Musik & Text Tim Krohn

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Santa Maria

 

Kolumbus’ Flaggschiff hiess Santa Maria

Eine spanische Karacke, klein und rund

Mit der er übers Meer nach Indien sollte

Er lief schon vor Amerika auf Grund

Mit vierzig Mann besiedelt er die Sandbank

Ruft sich zum span’schen Vizekönig aus

Und kehrt in Ketten gelegt nach Haus

Salz auf der Haut, Wind im Haar

Ein Loch im Bug? Egal, Segel klar!

 

Santa Maria, so heisst auch das Dörfchen

In das mein Lieb und ich gezogen sind

Ein Tal am Fusse viel zu hoher Berge

Wo jeder Tag sehr still, sehr spät beginnt

An Wolkentagen spielen wir mit den Kindern

Wir fahren als blinder Passagier auf See

Das Tal ist unser Boot, wir trinken Tee

Salz auf der Haut, Wind im Haar

In die Falle getappt? Egal, Segel klar!

 

Die Welt hat dich vergessen, kaum bist du hier

Verschollen gehen wäre wohl das Wort

Hierfür ist es ein zauberhafter Ort

Nur fehlen mir die Möwen und das Meer

Dafür strotzt sommers unser Tal von Blüten

Die Bienen locken und in Duft uns hülln

Dazu der Deppen Motorräderbrülln

Salz auf der Haut, Wind im Haar

Die Schönheit stirbt? Egal, Segel klar!

 

Sogar Venedigs Küste ist nicht weit

Was uns zurück zu Don Kolumbus führt

Der insgesamt neun Segelschiffe schrottet

Asien verpasst und arm, als Landei, stirbt

Ich wüsst zu gern, sah er sich als Versager

Oder war sein Glück allein die hohe See

Wie unseres der Berg, trotz Lärm und Schnee

Salz auf der Haut, Wind im Haar

Das Ziel verpasst? Egal, Segel klar!