Kuckuckstreiben

Musik & Text Tim Krohn

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Kuckuckstreiben

 

Am liebsten taten wir’s ja so

Dass sie sich auf dem winzigen Klo

Aus dem zu hohen Fenster lehnt‘

Das ging, wenn sie sich dehnt‘

 

Ihr Haar erglühte im Winterkuss

In meine Hand fiel ihre Brust

Wie Honig von der Wabe tropft

Und Bienenvolk ins Freie lockt

 

Der Winter liess sich zwar noch Zeit

Doch das war nur der Neid

 

Nun ward ihr Wesen wolkenweit

Sie lacht‘ in reiner Fröhlichkeit

Hell wie ein Küken, das im Feld

Aus seinem Ei sich pellt

 

So dass, wer unterm Fenster war

Schon Knospen an den Ästen sah

Und träumend an all die Nester dacht‘

Und wie der feiste Kuckuck lacht

 

Sie las mir Woolf, ich ihr Rimbaud

Ja, damals war das so

 

Doch wenn die Bienen erst mal schwirr‘n

Die Blüten alle Sinne verwirr‘n

Wenn Bächlein plätschern überall

Wird manches Herze kalt

 

Mein Lieb nahm einen andern

Und ich muss wieder wandern

Lang stand ich noch unterm Fenster

Verfolgte Gespenster

 

Die Liebe fällt nicht zweimal so

Nicht hier noch anderswo