Kuckuckstreiben
Am liebsten taten wir’s ja so
Dass sie sich auf dem winzigen Klo
Aus dem zu hohen Fenster lehnt‘
Das ging, wenn sie sich dehnt‘
Ihr Haar erglühte im Winterkuss
In meine Hand fiel ihre Brust
Wie Honig von der Wabe tropft
Und Bienenvolk ins Freie lockt
Der Winter liess sich zwar noch Zeit
Doch das war nur der Neid
Nun ward ihr Wesen wolkenweit
Sie lacht‘ in reiner Fröhlichkeit
Hell wie ein Küken, das im Feld
Aus seinem Ei sich pellt
So dass, wer unterm Fenster war
Schon Knospen an den Ästen sah
Und träumend an all die Nester dacht‘
Und wie der feiste Kuckuck lacht
Sie las mir Woolf, ich ihr Rimbaud
Ja, damals war das so
Doch wenn die Bienen erst mal schwirr‘n
Die Blüten alle Sinne verwirr‘n
Wenn Bächlein plätschern überall
Wird manches Herze kalt
Mein Lieb nahm einen andern
Und ich muss wieder wandern
Lang stand ich noch unterm Fenster
Verfolgte Gespenster
Die Liebe fällt nicht zweimal so
Nicht hier noch anderswo