Mehr als fein
Seine Lieder schrieb er, als backe er Brot
Gegen der Menschen Hunger und überhaupt ihre Not
Er gab hundert Prozent, oder er liess es ganz sein
Trotzdem war sein Werk zuletzt gar nicht so klein
Er beseelte Ruinen, zeugte Kinder, zog Bäume
Aus Reimen, Farben, Klängen schuf er Zwischenräume
Seine Liebe galt über Jahrzehnte einer Frau
Die ihm war, was der Elfe der Morgentau
Für sie wusch er pechschwarze Wolken rein
Nachts verbarg er Lichter für die Kinderlein
War der Mann glücklich?
Ich würde sagen: Kann gut sein
Er starb leicht, am Ende hat er leise gelacht
Natürlich hätte er lieber noch weiter gemacht
Ein Sommermorgen, Duft von Lavendel und Staub
Die regennasse Erde sah wie frisch gebacken aus
Und sie assen sein Brot, und sie sangen seine Lieder
Dann verdrückten sie paar Tränen, sagten tschüss, verliefen sich wieder
Denn die Kinder hatten seine Verve geerbt
Und ein jedes feilte grad an einem ganz besonderen Werk
Doch nachts fanden sie oft noch ein verstecktes Licht
Ein Zauber blies noch manche Wolke ausser Sicht
War die Welt ein feiner Ort?
Er hätte gesagt, kann gut sein
Mehr als fein