Mehr als fein

Musik & Text Tim Krohn

VORLESEN

Mehr als fein

 

Seine Lieder schrieb er, als backe er Brot

Gegen der Menschen Hunger und überhaupt ihre Not

Er gab hundert Prozent, oder er liess es ganz sein

Trotzdem war sein Werk zuletzt gar nicht so klein

 

Er beseelte Ruinen, zeugte Kinder, zog Bäume

Aus Reimen, Farben, Klängen schuf er Zwischenräume

Seine Liebe galt über Jahrzehnte einer Frau

Die ihm war, was der Elfe der Morgentau

 

Für sie wusch er pechschwarze Wolken rein

Nachts verbarg er Lichter für die Kinderlein

War der Mann glücklich?

Ich würde sagen: Kann gut sein

 

Er starb leicht, am Ende hat er leise gelacht

Natürlich hätte er lieber noch weiter gemacht

Ein Sommermorgen, Duft von Lavendel und Staub

Die regennasse Erde sah wie frisch gebacken aus

 

Und sie assen sein Brot, und sie sangen seine Lieder

Dann verdrückten sie paar Tränen, sagten tschüss, verliefen sich wieder

Denn die Kinder hatten seine Verve geerbt

Und ein jedes feilte grad an einem ganz besonderen Werk

 

Doch nachts fanden sie oft noch ein verstecktes Licht

Ein Zauber blies noch manche Wolke ausser Sicht

War die Welt ein feiner Ort?

Er hätte gesagt, kann gut sein

Mehr als fein